EVE FRANCINE LOVE LETTER
Mode war schon immer ein Teil von mir. Seit ich denken kann, bin ich davon besessen, Outfits zusammenzustellen. Die VOGUE war für mich wie ein zweites Zuhause. Jedes Mal, wenn ich eine neue Ausgabe aufschlage, spüre ich diese kleine Aufregung, fast wie Schmetterlinge im Bauch. Dieses Gefühl ist nie verschwunden – bis zu jenem Tag. Tief in meinem Herzen wusste ich immer, dass ich in der Modebranche arbeiten wollte – ich brauchte nur ein paar Umwege, um zu erkennen, dass Styling genau das Richtige für mich ist.
Für manche ist Mode nur Stoff, etwas Praktisches. Für mich aber ist Mode eine Kunstform. Sie ist eines der persönlichsten und wirkungsvollsten Mittel, uns auszudrücken. Ob wir es merken oder nicht, unsere Kleidung spricht Bände, lange bevor wir es selbst tun. Sie beeinflusst, wie andere uns sehen, aber genauso, wie wir uns fühlen, bewegen und auftreten.
Kleidung kann alles verändern. Sie kann Selbstvertrauen schenken, einem das Gefühl geben, sich in seiner Haut wohlzufühlen, oder es einem ermöglichen, eine neue Seite an sich selbst zu verkörpern. Sei es nur für eine Nacht oder vielleicht für immer. Diese Wirkung finde ich wirklich faszinierend.
Wenn ich einen Look style, sei es für einen Kunden, ein Shooting oder einfach nur aus Leidenschaft, überlege ich mir, welche Geschichte er erzählen und welches Gefühl er hervorrufen soll und wie jedes einzelne Element dazu beiträgt. Oftmals kommt die zündende Idee in dem Moment, in dem ich das eine perfekte Teil entdecke, und von da an fügt sich alles zusammen. Dieses fehlende Puzzleteil zu finden, ist jedes Mal aufs Neue aufregend.
Für mich kennt Mode keine Regeln, keinen vorgezeichneten Weg, sondern nur unendlich viele Möglichkeiten, auszudrücken, wer man ist oder wer man sein möchte. Meine Aufgabe ist es, dir dabei zu helfen, herauszufinden, was das für dich bedeutet. Du musst weder meine Modebegeisterung teilen noch wissen, wie man ein Outfit zusammenstellt. Dafür bin ich ja da. Du musst nur offen dafür sein, dass dein Stil eine Geschichte erzählen kann, die du bisher noch nicht erzählt hast. Bist du bereit?
Falls ja, freue ich mich darauf, von Ihnen zu hören.
Liebe,
Eve Francine

Interview mit mir selbst – EVE FRANCINE

WIE WÜRDEST DU DEINEN STIL BESCHREIBEN?
Ich würde sagen, ich liebe Klassiker – aber immer mit dem gewissen Etwas. Super-Basics mag ich nicht so, ich will immer etwas, das auffällt. Ich spiele gern mit Farben und Kontrasten, auch bei Stoffen, aber es sollte immer der Figur schmeicheln. Es soll Blicke auf sich ziehen und etwas Besonderes sein, aber ich mag keine zu extravaganten Looks, falls man versteht, was ich meine. Es ist gar nicht so einfach, meinen Stil in Worte zu fassen, weil er sich ständig weiterentwickelt. Nächstes Jahr würde ich wahrscheinlich etwas ganz anderes sagen, haha.
WARUM WOLLTEST DU IN DER MODEINDUSTRIE ARBEITEN?
„Ich habe mich schon immer stark mit Mode verbunden gefühlt. Ich liebe einfach alles Ästhetische (lacht), und für mich eröffnet Mode eine Welt, in der man sein kann, wer man will. Das mag kitschig klingen, aber die Art, wie man sich kleidet, verändert wirklich, wie andere einen wahrnehmen – und noch wichtiger, wie man sich selbst fühlt.“
Meine Arbeit als Stylistin begann, weil ich einen Raum schaffen wollte, in dem ich diese Leidenschaft sammeln und ausdrücken konnte. Ich fing mit Collagen und virtuellen Lookbooks an, und mittlerweile ist daraus etwas Tieferes geworden: ein Ort, an dem ich kreatives Styling anbiete und anderen helfe, ihre eigene ästhetische Identität auszudrücken.
WAS WÜRDEST DU JEMANDEM SAGEN, DER DAMIT ZU KÄMPFEN HAT DEN EIGENEN STIL FINDEN?
Ganz ehrlich, der beste Weg, seinen Stil zu finden, ist Ausprobieren. Sammle zunächst Inspiration – auf Pinterest, in Editorials, im Streetstyle, in Filmen und Serien über Mode (Sex and the City z.B.), bei Menschen, die du bewunderst. Dann probiere verschiedene Dinge an. Stil hat viel damit zu tun, wie man sich darin fühlt. Es ist leicht, einen Look an jemand anderem zu mögen, aber deinen eigenen Stil entwickelt man erst, wenn man merkt, was sich wirklich nach einem selbst anfühlt. Und denk daran: Stil entwickelt sich. Sei spielerisch und habe Spaß daran.
WAS INSPIRIERT DICH BEI DER KREATION EINES LOOKS?
„Ich bin fasziniert davon, wie Kleidung eine filmische Wirkung haben kann. Ich frage mich immer: Welchen Vibe soll dieser Look vermitteln? Feminin, elegant, nostalgisch, lässig? So beginnt jede Collage oder jedes Outfit – mit einem Gefühl. Inspiration kann von überall herkommen: Filme, natürlich immer die Vogue, hehe, oder einfach Streetstyle. Aber wenn ich einen Look zusammenstelle, scrolle ich erst einmal durch Mode-Websites und versuche, irgendwo anzufangen. Dann finde ich ein Teil, das meiner Meinung nach perfekt passt, und von da an fügt sich alles ganz natürlich zusammen. Es ist wie ein Puzzle, das erst Sinn ergibt, wenn man das Grundgerüst gebaut hat, haha.“
